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Eine haarige Angelegenheit

Waschen, schneiden, scheren, trimmen, kämmen....die Dienstleistungsberufe rund um das Tier nehmen immer mehr an Bedeutung zu,  so dass auch dem Beruf des Groomers gute Zukunftschancen ausgerechnet werden können. War es früher eine kleine Minderheit, die mit ihrem Hund zum Groomer - damals einfach "Hundefrisör" genannt - ging,  findet man heute die ganze Bandbreite an Rassen, auch solche, die weder getrimmt noch geschoren werden müssen. Viele Menschen schätzen den Service eines professionellen Groomers aus vielerlei Gründen, und auch ich habe meinen Hunden ein Verwöhnprogramm in einem guten Salon schon gegönnt.

 

Wie in allen Berufen gibt es hier sehr gute Groomer, die nicht nur gute Arbeit leisten, sondern auch sehr behutsam mit ihren vierbeinigen Kunden umgehen und auf sie eingehen, aber leider auch sehr resolute Dienstleister, die jede Empathie vermissen lassen. So hat mir eine Groomerin erzählt, dass sie die Hunde, die zu scheren sind, auch dann schert, wenn sie Angst hätten, und wenn der Hund zappeln würde, würde sie eben auch zu unsanfteren Methoden greifen. Dass diese Dame keine Hand an meine Hunde legen durfte, versteht sich von selbst, und wieder einmal bin ich froh, den ersten Kontakt OHNE die Begleitung meiner Hunde hergestellt zu haben. Da der Hundebesitzer solche Dinge nie mitbekommen würde, wenn er seinen Hund im Salon abgibt und später wieder abholt, empfehle ich, auf alle Fälle immer dabei zu bleiben, sei es beim Baden, beim Kämmen oder beim Scheren.  Mir persönlich ist es allemal lieber, dass das Endergebnis vielleicht nicht so absolut perfekt wie bei einem anderen Groomer ist,  die ausführende Person aber sehr vorsichtig und sanft ist und auch auf meine Wünsche eingeht, so zB auf den "Galgen" verzichtet.

 

Da ich  immer stock- und langstockhaarige sowie rollhaarige Hütehunde hatte, waren Besuche beim Hundefrisör bisher die Ausnahmen. Indira beispielsweise war bisher genau zweimal in ihrem Leben beim Frisör, Bella einmal -nachdem ich sie selbst geschoren hatte, was derart fürchterlich aussah, dass ich das Fell, als es wieder etwas gewachsen war, durch einen Profi "angleichen" lassen musste - und Liz noch gar nie.

 

Doch auch pflegeleichtes Fell bedarf einer gewissen Grundpflege, und hat man Hunde mit einem sogenannten double coat  -  ein Haarkleid, dass aus Unterwolle und Deckhaar aufgebaut ist - gestaltet sich die Fellpflege manchmal zu einer ziemlich haarigen Angelegenheit.

 

Meine Kelpies und meine stockhaarige Borderhündin Lyn hatten sehr kurzes Fell, fast ohne Unterwolle. Ein Baden der Hunde war selten nötig und meist reichte das regelmäßige Bürsten mit einer weichen Bürste aus, damit sie immer sauber waren und glänzendes Fell hatten. Meine Altdeutschen Hütehunde  hatten ebenfalls recht kurzes Fell oder kurze Locken. Hier reichte ebenfalls kräftiges Bürsten und im Sommer das Kürzen der Fahnen und Hosen. Das Fell war so beschaffen, dass beispielsweise Lehm nach dem Trocknen einfach abfiel.

 

Bei meinen Border Collies und dem Aussie ist die Fellpflege schwieriger. Gerade Indira und auch Bella haben sehr dichte Unterwolle und ziemlich raues, längeres Deckhaar, das leicht wellig ist. Durch diese raue Oberfläche fällt Dreck oder Erde nach dem Trocknen nicht einfach ab, sondern bleibt im Fell kleben. Jede Klette, jedes Blatt, jeder Erdkrümel arbeitet sich entweder durch das locker aufliegende Deckhaar durch und hängt anschließend in der Unterwolle fest oder verknotet sich in den Wellen des Deckhaares. Bei beiden verfilzt das Fell sehr schnell, sei es an den Ohren, der Fahne oder den Hosen. Auch trocknet ihr Fell wesentlich langsamer als das der anderen. Als das Haus, in dem wir wohnen, innen nach dem Brand kernsaniert wurde und auch die Fußböden erneuert wurden, also der Boden aus lehmiger Erde bestand, war die Fellpflege eine Sisyphusarbeit: kämmte und bürstete ich und rannten sie anschließend durch das nasse Gras, plantschten in einem Bach oder legten sich auf den Boden, sahen sie kurz darauf wieder völlig zerzaust aus und badete ich sie, in der Hoffnung, sie sauberer zu bekommen, bekam ihr Fell Flecken vom Lehmboden.

 

Besonders bei Bella war ich ziemlich ratlos, da sie die Angewohnheit hatte, sich bei warmem Wetter in die Pfützen anderer Hunde zu legen. Irgendwann kaufte ich eine Schermaschine und scherte sie. Das Ergebnis war....unbeschreiblich. Als Hundefrisör bin ich offensichtlich  nicht geeignet, denn das Fell war unterschiedlich lang. Jeder Versuch meinerseits, ein besseres Ergebnis zu bekommen, in dem ich versuchte, die unterschiedliche Felllänge anzugleichen, sah irgendwie noch schlimmer als zuvor aus. Das Endergebnis war ein optisches Desaster.  Der einzige Vorteil war, dass sie sich in ihrem Kurzhaarlook in keine Pfützen anderer Hunde mehr legte; im Nachhinein betrachtet vermute ich, dass ihr ihre Fellmatte damals einfach zu warm war. Als das Fell nachgewachsen war, fand ich nach einigem Suchen eine wirklich sehr gute Groomerin, die Bella wieder vorzeigbar herrichtete und mir einige gute Tipps zur Fellpflege gab.

 

Nach diesem Besuch entsorgte ich einige Hundekämme und Hundebürsten , die ich hatte, die aber für das Fell meiner Hunde nicht wirklich geeignet waren. Das Bild oben zeigt das Sortiment, dass übrig geblieben war und mit dem ich sehr gut zurecht komme:

 

der schwarze Gummistriegel eignet sich gut, Staub aus dem Fell zu bürsten. Ich brauche ihr aber sehr selten. Die weiße Bürste habe ich direkt bei der Groomerin gekauft. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie diese Drahtbürsten, die es in Zoogeschäften zu kaufen gibt, doch ist sie wesentlich besser, da sie nicht auf der Haut kratzt. Für das dicke, zu Verfilzungen neigende Fell meiner Hunde ist sie perfekt geeignet. Der schwarze Metallstriegel kommt kaum noch zum Einsatz und wird demnächst verschenkt; der Metallkamm dagegen eignet sich gut, um das zuerst gebürstete Fell noch einmal durchzukämmen. Nachdem mir meine Kunststoffkämme immer abgebrochen sind, habe ich mich jetzt für einen Metallkamm entschieden. Die Holzbürste ist für empfindliche Körperstellen und der Gummihandschuh für das abschießende Finish. Da ich auch die Krallen regelmäßig kontrolliere, besitze ich drei Krallenzangen in verschiedenen Größen. Diese sind mir inzwischen lieber als meine früher verwendeten großen Nagelknipser, da sie einen Schneidschutz bzw einen Sicherheitsabstandshalter haben, der verhindert, zu tief zu schneiden.

 

Ein Baden ist bei meinen Hunden inzwischen nur ganz selten nötig, da sie nicht mehr mehrmals täglich an einer Schaf-und Ziegenherde arbeiten und somit nicht mehr mit Tierkot und -urin in Berührung kommen. Außerdem hat das Haus inzwischen durchgängig einen "normalen" Fußboden  ;-)

 

Zwei Utensilien möchte ich an dieser Stelle jedoch kurz vorstellen.

 

Das  Eine ist ein Gummishampoostriegel mit einem Griff, der innen hohl ist und in den man das Hundeshampoo einfüllen kann. Das Hundeshampoo tritt beim Einshampoonieren durch kleine Öffnungen zwischen den Noppen der Unterseite aus.

 

Das Andere ist eine Haarseife für Hunde. Nachdem ich selbst seit Langem nur noch vegane Naturkosmetik ohne Tierversuche nutze und auch vom Haarshampoo auf Haarseife gewechselt habe, war ich erfreut, als ich neben den ganzen Hundeshampoos nun auch eine vegane Hundeseife mit einem Minimum an Inhaltsstoffen entdeckt habe. Bisher bin ich sehr zufrieden damit und sie ersetzt inzwischen meine ganzen Hundeshampoos, von denen ich früher einige hatte (für schwarzes Fell, weißes Fell, für empfindliches Fell usw usw....)

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